Donnerstag, 7. Juni 2012

Der Ball ist ein Sauhund

München / Wiesbaden (bücher-von-ernst-probst) – Viele Ballkünstler auf dem grünen Rasen zaubern zwar regelrecht mit dem runden Leder, aber mit der deutschen Sprache und mit der Mathematik haben sie offenbar manchmal gewisse Probleme. Diesen Eindruck könnte man bei der Lektüre des Taschenbuches "Der Ball ist ein Sauhund. Weisheiten und Torheiten über Fußball" von Doris Probst und Ernst Probst gewinnen.

Viele der "Geistesblitze" vor, in oder nach einem Fußballspiel sind wohl losgelassen worden, wenn es mal nicht so gut lief wie erhofft. Eines der Beispiele dafür lieferte Lothar Matthäus, als er allen Ernstes empfahl: "Wir dürfen jetzt nicht den Sand in den Kopf stecken". Noch mehr von Verzweiflung geprägt war der trotzige Satz von Rolf Rüssmann: "Wenn wir nicht gewinnen, dann treten wir ihnen wenigstens den Rasen kaputt." Von purem Optimismus zeugte auch der Ausspruch: "Jede Seite hat zwei Medaillen" von Mario Basler nicht.

Auch gewiefte Reporter griffen manchmal gehörig daneben. Heribert Faßbender etwa meinte: "Es steht im Augenblick 1:1. Aber es hätte auch umgekehrt laufen können." Johannes Baptist Kerner riet: "Ich schlage vor, Sie halten sich jetzt die Augen zu. Ich sage nämlich jetzt die Bundesligaergebnisse." Michael Steinbrecher stellte fest: "Die erste Halbzeit zerfällt in zwei Hälften: die erste Hälfte dominierten die Rumänen und die zweite die Rumänen." Kein Wunder, dass Torjäger Bruno Labbadia klagte: "Das wird alles von den Medien hochsterilisiert."

Auch beim Rechnen kamen zuweilen erstaunliche Ergebnisse zustande. Franz Beckenbauer sagte einmal über sich: "Ich habe in einem Jahr 16 Monate durchgespielt". Rainer Calmund prophezeite: "Unsere Chancen, das Viertelfinale zu erreichen, stehen 50:50 oder 60:60." Roland Wohlfahrt meinte: "Zwei Chancen, ein Tor - das nenne ich hundertprozentige Chancenauswertung."

Dass früher die Promi-Kicker nicht klüger waren als heute, belegte Horst Szymaniak mit seiner Forderung "Ein Drittel? Nee, ich will mindestens ein Viertel." Merklich bescheidener äußerte sich Toni Polster: "Ein Denkmal will ich nicht sein, darauf scheißen ja nur die Tauben." Lassen wir Dragoslav Stepanovic das letzte Wort: "Lebbe geht weiter."

Die sprachlichen und mathematischen Fehlleistungen von Fußballspielern sollte man nicht allzu kritisch sehen, rät der Autor Ernst Probst. "Jeder Mensch hat schon in Stresssituationen Sätze gesagt, die nicht besonders geistreich sind!"

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